Der Dachstuhl
Der Dachstuhl ist der tragende Teil der Dachkonstruktion und prägt das Aussehen des Hauses. Die Dachstuhlkonstruktion besteht häufig aus Holz, bei größeren Gebäuden auch aus Stahlprofilen oder Stahlbeton. Er muss das Gewicht der Dacheindeckung tragen und gleichzeitig das anfallende Gewicht auf die tragenden Wände des Gebäudes ableiten.
Man unterscheidet drei Arten: Den Sparrendachstuhl, den Kehlbalkendachstuhl als Variante des Sparrendachstuhls und den Kehlbalkendachstuhl.
Sparrendachstuhl:
Das Sparrendach ist eine der traditionellen Dachkonstruktionen zur Herstellung eines Satteldaches. Das hölzerne Sparrendach wurde und wird insbesondere bei schmalen Gebäudebreiten von 7 bis 8 Metern und einer Dachneigung von circa 30 Grad gewählt. Das Sparrendach ist das traditionelle Dach Mittel- und Nordeuropas. Allerdings setzt es einige Grenzen hinsichtlich der Dachausführung und zusätzlichen Elementen wie Gauben oder Dachfenster. Dennoch besitzt es Vorteile, die es anderen Dachstuhlkonstruktionen gegenüber attraktiv machen.
Als Vorteile gelten:
>> Es gibt keine Stiele im stützenfreien Dachraum, die Lasten aus dem Dach auf die darunterliegende Decke einleiten, daher sind diese Dächer unabhängig vom Geschossgrundriss.
>> Die Kehlbalken eines Kehlbalkendaches können beim Dachausbau genutzt werden. (Beim Pfettendach müssen häufig zusätzliche Hölzer eingebaut werden, um beispielsweise die Unterkonstruktion einer Gipskarton-Beplankung aufzunehmen)
>> Bei größeren Dachneigungen ergibt sich ein vergleichsweise geringerer Holzverbrauch.
Als Nachteile gelten:
>> Große Horizontalkräfte machen aufwendige Drempelkonstruktionen im Traufbereich notwendig.
>> Schwierigkeiten bei Walmkonstruktionen und winkelförmigen Gebäudegrundrissen.
>> Die Errichtung großer Dachgauben ist problematisch, mehr als zwei Sparrenfelder sollten sie nicht einnehmen.
>> Der Abbund ist schwieriger.
Kehlbalkendachstuhl:
Das Kehlbalkendach ist eine Sonderform des Sparrendaches. Sparren werden durch quer liegende Balken (Kehlbalken) gegeneinander ausgesteift. Im Firstbereich sind die Sparren gegeneinandergestellt und bilden wie beim Sparrendach ein Gelenk. Durch die Kehlbalken stützen sich die Sparren gegenseitig und es sind größere Sparrenlängen als beim Sparrendach möglich. Die Durchbiegung auf Grund von Windkräften wird durch den Kehlbalken minimiert. Die Kräfteübertragung auf die Dachdecke entspricht der Übertragung beim Sparrendach.
Als Vorteile gelten:
>> Der Dachraum wird stützenfrei überspannt, die Dachlasten werden auf die Außenwände abgetragen.
>> Der Holzbedarf ist in der Regel geringer als bei einem Pfettendach.
Als Nachteile gelten:
>> Die Aufnahme des Horizontalschubes am unteren Sparrenauflager erfordert einen größeren konstruktiven Aufwand.
>> Dachgauben und Dachauschnitte mit größeren Längen sind nur mit großem Aufwand ausführbar.
>> Bei winkelförmigen Gebäudegrundrissen und Walmdächer sind diese weniger gut geeignet.
Pfettendachstuhl:
Das Pfettendach ist eine weitere Dachkonstruktion zur Herstellung eines Satteldaches. Es besteht aus mehreren, hintereinander in Firstrichtung gestaffelten Sparren. Diese liegen auf den Pfetten auf, welche die Lasten nach unten abtragen.
Als Vorteile gelten:
>> Kleine Horizontalkräfte, daher keine aufwendigen Drempelkonstruktionen im Traufbereich notwendig.
>> Die Errichtung großer Dachgauben ist problemlos möglich.
>> Walmkonstruktionen sind problemlos möglich.
>> Günstiger Holzverbrauch bei kleinen Dachneigungen.
Als Nachteile gelten:
>> Im Dachraum sind Stiele (und Kopfbänder) oder Mauerauflager notwendig, der Dachraum ist insofern nicht frei.
>> Stiellasten müssen von der Decke des darunterliegenden Geschosses aufgenommen werden.
>> Größerer Holzverbrauch bei größerer Dachneigung.
Die Dachgaube
Eine Dachgaube ist ein Dachaufbau im geneigten Dach eines Gebäudes. Sie schaffen mehr Wohnraum, einen verbesserten Lichteinfall und optimieren die Belüftung eines Dachraumes.
Anders als einige andere Dachfenster ist eine Dachgaube genehmigungspflichtig, denn ein Dachausbau mit Dachgaube stellt eine wesentliche Änderung am Gebäudebestand dar. Deshalb sollte man vor der Planung die Vorgaben der Bebauungsordnung der Gemeinde oder Stadt prüfen. Das zuständige Bauamt gibt Auskunft, ob der Einbau der Dachgaube prinzipiell genehmigt werden kann.
Wenn bei der Errichtung der Dachgaube gleichzeitig die Vorschriften der ENEV eingehalten und eine Verbesserung der Dämmung erzielt wurde, können Fördergelder in Anspruch genommen werden.
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